Mehr als nur ein Hoffnungschimmer für Kodak? Hollywood sichert sich Zelluloid-Nachschub

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Kodak Film
Let the Show Begin by Tekke (flickr: https://www.flickr.com/photos/tekkebln/; picture licensed under CC BY-ND 2.0)

Für viele ist es ausgemachte Sache – Zelluloid hat ausgedient, besonders im Spielfilmsektor. Doch ist das wirklich so?

Seit Sommer 2014 weiß man von Verhandlungen über einen Deal, mit dem Kodak den guten alten Film vor dem Aussterben retten will.  Und die finanziell angeknackste Firma hatte offenbar gute Verbündete – auch einige Hollywood-Studios wollten das Verschwinden der klassischen Filmrolle verhindern.  Größen wie Time Warner, Universal, Paramount, Disney, und Fox sprachen mit dem Hersteller über ein Abkommen, 35mm Film exklusiv und auf Vorrat über  Kodak zu beziehen.

Regisseure wie Tarantino, Scorsese, oder Christopher Nolan unterstützten das Vorhaben. Ihnen ist wichtig, dass  Regisseure heute und auch in Zukunft die Wahl haben, zu entscheiden, worauf sie ihre Geschichten erzählen wollen – gerade in Zeiten, wo viele Filme direkt und ohne den Umweg über Film, digital produziert und später archiviert werden.

Gut, dass immer noch namhafte Regisseure Wert darauf legen, ihre Werke auf Zelluloid zu drehen. Das für mehrere Oscas nominierte Grand Budapest Hotel (Wes Anderson) kommt ebenso “von der Rolle” wie J.J. Abrahams Epos Star Wars: Episode VII, das im Dezember 2015 in die Kinos kommt.

 

Heute nun wurde die Abmachung besiegelt. Die sechs grossen Studios schlossen einen neuen Vertrag mit mit ihrem Filmlieferanten ab. Für Kodak bedeutet diese Zusage, auch weiterhin Zelluloid-Film produzieren zu können. Zumindest vorübergehend.

“Kodak (KODK) announced today that it has finalized new film supply agreements with all six major Hollywood studios. As part of these agreements, Kodak will continue to provide motion picture film to 20th Century Fox, Walt Disney Co., Warner Bros. Entertainment Inc., NBC Universal Inc., Paramount Pictures Corp. and Sony Pictures for their movie and television productions.” (BUSINESS WIRE)

In wieweit diese Nachricht mehr als nur einen Hoffnungsschimmer für das Überleben von Kodak darstellt ist derzeit noch nicht klar (Martin Koerber, Leiter des Filmarchivs der Stiftung Deutsche Kinemathek, ist zumindest skeptisch). Mich freut es jedenfalls. Frei nach dem Prinzip “jedes Bisschen hilft” hoffe ich ganz egoistisch, dass damit auch die Chancen für uns Hobbyfotografen steigen, noch länger Spaß an authentischem Korn, hohem Dynamikumfang und wunderschönen Farben zu haben.  Analog for President 😉

 

Weiterlesen:

Wallstreetjournal: Kodak Finalizes Motion Picture Film Agreements with Major Hollywood Studios

nofilmschool.com: Martin Scorsese on Why We Have to Save Film

 

 

Verfolgen Monika Andrae:

Monika Andrae ist nicht nur Autorin und preisgekrönte Fachfrau für Onlinefragen, sie verfolgt auch eine Mission: die von Tag zu Tag technischer erscheinende Welt der Fotografie ein Wenig kreativer zu machen. Und das tut sie gleich mehrfach. Ihr Podcast Monis Motivklingel erfährt von Tag zu Tag mehr Zuspruch und ihr Blog ist ein spannender Mix alltäglicher Dinge und kreativer Themen, die sie mit spitzer Feder niederschreibt. Gemeinsam mit Chris Marquardt veranstaltet sie die Workshops der Absolut-Analog-Reihe und hat wiederholt Fotografen zum Mt. Everest begleitet.

2 Antworten

  1. Yar
    | Antworten

    Wenn Sie erlauben, eine Berichtigung: es gibt keine Zelluloidfilme mehr, sie entzünden sich bei über 40-50 Grad Celsius selbst und brennen wie die Hölle, deshalb werden sie seit den 40ern-50ern des letzten Jahrhunderts nicht mehr verwendet, da sie eine akute Gefahr darstellen. Viele geraten in den Irrtum heutige Sicherheitsfilme mit Zelluloidgleichzusetzen.

  2. […] Mehr als nur ein Hoffnungschimmer für Kodak? Hollywood sichert sich Zelluloid-Nachschub – Abs… […]

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